Zwanzig Jahre nach seiner Errichtung bleibt das umstrittene Hotel El Algarrobico in Carboneras eines der bekanntesten Symbole für den Bauboom an der spanischen Küste. Der riesige Hotelkomplex im Naturschutzgebiet Cabo de Gata sorgt weiterhin für Diskussionen. Was einst eine Touristenattraktion werden sollte, entwickelte sich zu einem juristischen und politischen Problemfall.
Der Bau des Hotels begann Anfang der 2000er Jahre, mitten im Immobilienboom in Spanien. Das Projekt wurde von der lokalen Regierung genehmigt, aber schon bald kam es zu Diskussionen über die Gültigkeit der Genehmigungen. Umweltorganisationen schlugen Alarm, da das Gebäude in einem Naturschutzgebiet steht und ihrer Meinung nach gegen die Umweltgesetze verstößt.
Seitdem folgten zahlreiche Gerichtsverfahren, Urteile und widersprüchliche Entscheidungen. Verschiedene Gerichte haben sich zur Rechtmäßigkeit des Hotels geäußert. Einige Urteile erklärten Teile der Baugenehmigung für ungültig, während andere Verfahren erneut verzögert wurden. Daher steht das Hotel nach all den Jahren immer noch verlassen und unvollendet da.
Für viele Einwohner von Carboneras ist das Hotel ein schmerzliches Symbol für verpasste Chancen. Einige sehen darin eine nie genutzte wirtschaftliche Möglichkeit, andere sind der Meinung, dass das Gebäude niemals in einem Schutzgebiet hätte errichtet werden dürfen. Die Frage spaltet die lokale Gemeinschaft seit Jahren.
Auch politisch bleibt das Thema heikel. Sowohl regionale als auch nationale Behörden haben sich in die Angelegenheit eingeschaltet. Mehrfach wurde versprochen, das Hotel abzureißen, doch konkrete Schritte blieben oft aus. Die Kosten eines möglichen Abrisses und die rechtliche Haftung sorgen für zusätzliche Komplikationen.
Inzwischen ist das Hotel zu einem nationalen Beispiel dafür geworden, was bei der Raumplanung und Küstenentwicklung schiefgehen kann. Zwanzig Jahre später steht das Gebäude immer noch wie ein Betonkoloss am Meer. Die Frage bleibt, ob es endlich eine endgültige Lösung geben wird oder ob El Algarrobico noch jahrelang die Landschaft dominieren wird.
Quelle: Agenturen


